El (Eliezer) Lissitzky, "Had Gadaya"
- Mariya Pavlenko

- vor 6 Tagen
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Mit seinem illustrierten Buch zum Passahlied „Had Gadaya“ vom 6. Februar 1919 hatte der Avantgarde-Künstler El Lissitzky (1890–1941) einen entscheidenden Wendepunkt in seiner Karriere erreicht. In den vergangenen vier Jahren hatte er sich fast ausschließlich auf das Studium der jüdischen Volkskultur sowie auf die Gestaltung und Illustration von Büchern in jiddischer Sprache konzentriert. Nun, im Sommer 1919, trat er in den Lehrkörper des Instituts für Volkskunst in Witebsk (Vitebskoe Narodnoe khudozhestvennoe uchilishche) ein, wo er sich – teilweise inspiriert vom suprematistischen Maler Kasimir Malewitsch – der abstrakten Malerei zuwandte. Lissitzkys „Had gadya“ markiert den Höhepunkt seines künstlerischen und persönlichen Engagements für Judaica. Als eines der letzten Werke, das er unter seinem hebräischen Vornamen Eliezer signierte, zeugt das Buch von Lissitzkys zugleich verspieltem und ehrfürchtigem Interesse an den Sprachen und Symbolen der jüdischen Kultur. Anstelle des traditionellen Aramäischen wählte Lissitzky Jiddisch für die Strophen des Liedes, die er in architektonische Rahmen über den Illustrationen platzierte. Sowohl Aramäisch als auch Jiddisch werden im hebräischen Alphabet geschrieben, doch Jiddisch, damals die Umgangssprache der aschkenasischen Juden, war seinem Publikum wahrscheinlich vertrauter. Lissitzky integrierte jedoch auch Aramäisch, indem er jede neue Strophe mit einer aramäischen Phrase einleitete, die in der unteren rechten Ecke der Seite abgedruckt war. Für die Paginierung verwendete er dekorative hebräische Buchstaben, von denen jeder einen numerischen Wert hat. Auch wenn sich Lissitzkys thematischer Schwerpunkt bald drastisch ändern sollte, lassen sich in seinen Experimenten mit Sprache, Typografie und architektonischer Form bereits in der „Had gadya“ viele der Elemente erkennen, die sein avantgardistisches Werk in den folgenden Jahrzehnten prägen sollten.
Bildquelle: „Zwischen den beiden Weltkriegen: Wie Künstler jüdischer Herkunft mit Modernisten aus anderen Ländern zusammenarbeiteten“ – Vortrag von ukrainischer Kunsthistorikerin Diana Klochko
Übersetzung: DeepL
Textkorrektur: Grammarly




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