top of page

Erfurter Bibel (Tanach)

  • Autorenbild: Mariya Pavlenko
    Mariya Pavlenko
  • 27. Dez. 2024
  • 1 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 3. Juni


Erfurter Bibel (Tanach), Blatt 476b (Beginn der Psalmen)
Erfurter Bibel (Tanach), Blatt 476b (Beginn der Psalmen)

Im Judentum sind Bilder in der Bibel (Tanach) verboten, jedoch verwendeten Künstler in einigen Bibelausgaben einen Text, um ein Bild zu konstruieren.

Großteile der Ornamente, Rahmungen, Tierfiguren und Fabelwesen auf den Rändern der Erfurter Bibel sind nicht mit Linien, sondern mit mikroskopisch kleinem Text gestaltet. Betrachtet man die Umrisse der Abbildungen genauer, wird deutlich, dass sie aus Tausenden winziger Buchstaben bestehen – in der Regel handelt es sich dabei um Texte der Masoret (den traditionellen Anmerkungen zum Bibeltext).

In der Mittelaltermetropole Erfurt gab es seit dem 11. Jahrhundert eine der größten und wohlhabendsten jüdischen Gemeinden im Reich. Hiervon zeugt die Alte Synagoge, die älteste erhaltene Synagoge Europas, wo die größte mittelalterliche Bibel und Torarolle zu sehen sind.

Die zweibändige hebräische Erfurter Bibel (Tanach) ist die weltweit größte bekannte hebräische Pergamentbibel, weshalb sie auch als „Riesenbibel“ bezeichnet wird. Sie stammt aus der Erfurter jüdischen Gemeinde, die 1349 einem Pogrom zum Opfer fiel. Die Handschriften wurden gerettet und gelangten schließlich im Jahr 1880 in die heutige Staatsbibliothek zu Berlin. Seit 2000 werden die im Zweiten Weltkrieg beschädigten Bände restauriert. Während der erste Band noch in Arbeit ist, kann der zweite Band mittlerweile wieder in Form von einzelnen Lagen genutzt werden. Einige davon werden auch in der Ausstellung „Materialisierte Heiligkeit. Jüdische Buchkunst im rituellen Kontext“ präsentiert.


Quelle:

Staatsbibliothek zu Berlin Preußischer Kulturbesitz https://staatsbibliothek-berlin.de/,

Jüdische Geschichte und Gegenwart in Erfurt https://juedisches-leben.erfurt.de/    

Claude Sonnet 4.6, Gemini Flash 3.5

 
 
 

Kommentare


© 2016 — 2026 Mariya Pavlenko

bottom of page